Texperiment: “der 7. tag” über Kommunikation im Jahr 2010

Was man eben so braucht, unterwegs. (Foto: (CC) maczter / http://www.flickr.com/photos/maczter/3008375479/)
In voraussichtlich zwei Wochen erscheint unsere HAZ-Wochenendbeilage “der 7. tag” zum Thema Kommunikation im Jahr 2010. Als kleines Experiment und zur Vorbereitung möchte ich Leser und Belesene, Kreative und Intensivnutzer der Kommunikationsmöglichkeiten des Webs ermuntern, daran mitzuwirken. So geht’s:
- In diesem Google-Dokument versammeln wir Notizen, Anekdoten, Erzählenswertes aus der Kommunikation im Jahr 2010.
- Das Thema: Wie drastisch sich die Kommunikation verändert.
- Die Thesen und Fragen: Für viele ist es ein Spiel von Nerds, Zeitvergeudung, bedenklich wegen des Verlusts an Privatheit und information overkill. Doch immer mehr machen mit: Übers Internet wird getwittert, gefacebookt, werden neue Lesemechanismen etabliert und komplett neue Dienste und Geräte nur dafür erfunden. Eine neue Welt entsteht. Was ist daran besonders? Warum machen die das, die mitmachen? Und wie geht das? Eine Einführung. (Und nur hier in diesem Internet: als Vorbereitung darauf das Experiment.)
- Das Ziel: den Zeitungslesern verständlich erklären, was da gerade passiert; den Nutzern einen Rahmen bieten, sich zu erklären. Ich möchte die Mechanismen eines gemeinsamen Google-Dokuments gerne dazu nutzen, um mit Eurer Hilfe den Stand der Dinge möglichst lesefördernd abzubilden. Ich nenne das: Texperiment. Mir ist klar: Dies ist nicht die Neuerfindung des Zeitungmachens, Kollegen der “Rhein-Zeitung” und von “Welt Kompakt” haben schon ganz ähnlich mit Lesern und Kreativen ganze Zeitungsausgaben gefüllt. Hier geht es um ein Thema: Kommunikation 2010. Und damit möchten wir drei volle Seiten im Nordischen Zeitungsformat füllen, erklären, interessant machen.
- Versprochen: Die Worte Revolution und Web 2.0 werden höchstens einmal, Hudson River und Christian Pfeiffer/Amoklauf keinmal auftauchen.
- Mitmachen geht ganz einfach: Eine Mail an mich unter msc@haz.de — und dann lade ich Interessierte gerne zum Mitbearbeiten und Ergänzen dieses Google-Dokuments ein. Ansonsten ist das Google-Dokument nur zum Lesen (nicht aber Bearbeiten) freigegeben. Wer mir vielleicht weniger öffentlich etwas zum Thema erzählen möchte, kann mir seine Geschichte gerne auch zumailen oder mich anrufen: Tel. +49-172-5118598.
- So könnt ihr mitmachen, Beispiele:
- Wie hat sich euer Leseverhalten, verglichen zum Beispiel mit der Schulzeit, zuletzt verändert?
- Welches “digitale Ereignis” hat euch vor Augen geführt, dass wir in einer anderen Zeit leben?
- Seid ihr im Web schon einmal richtig auf die Nase gefallen?
- Was sagen Nonliner über euch?
- Welche(r) Mail/Tweet/Facebook-Eintrag hat tatsächlich euer Leben verändert?
- Merkwürdige Erlebnisse bei formspring/chatroulette/anderen Kurzzeithypes?
- Was alles schief gehen kann:
- ein shitstorm, weil ich fürs Mitarbeiten kein Honorar zahlen kann;
- ein nostorm, weil ich ganz kühn einen Redaktionsschluss bis bereits kommenden Mittwoch, 24 Uhr setzen muss;
- vielleicht aber auch ein Füllhorn an Bemerkungen, wertvollen Hinweisen und ins Google-Dokument kopierten Geschichten von Webseiten, die das Dokument ad hoc unbrauchbar machen. Wie das so ist mit Experimenten. Gegenrecherche und Prüfung sowie gewiss manches Verwerfen wird mir das Texperiment nicht ersetzen.
Marcus Schwarze (msc), Jahrgang 1969, schreibt für die HAZ seit den Anfängen der Digitalen Revolution Mitte der neunziger Jahre über ihren Nutzen, ihre Ausprägungen und Auswirkungen sowie über ihre Gefahren.
Und ich dachte und hoffte schon, es gäbe endlich mal ein TeXperiment in der HAZ, also eine Umstellung des Print und Online-Publishing Systems hin zu LaTeX/TeX. Das wäre ein Grund, die HAZ mal wieder zu lesen.
Wenn es aber drum geht, Journalisten dafür zu bezahlen, dass die Lesenden den Content liefern, tja, dann leider ohne mich.
Gruß
Frank Weber
[...] einzelne mit seinem Device mehr oder weniger automatisch zur Echtzeitdatensammlung beiträgt. http://msc.haz.de/2010/07/texperiment-der-7-tag-uber-kommunikation-im-jahr-2010/ – Der Journalist Marcus Schwarze lädt ein zum Texperiment: “der 7. tag” über Kommunikation [...]
[...] Nach Redaktionsschluß: Die Hannoversche Allgemeine ruft zu einem Texperiment auf: “der 7. tag” über Kommunikation im Jahr 2010 [...]
Texperiment! Bescheuertes Wortkonstrukt, steht bestimmt schon bei Wikipedia. “Nur für kurze Zeit!”
Auf meine Bitte hin hat ein Kollege seine Sicht auf die Szene im Google-Dokument ergänzt. Auszüge:
“Ich schaue wirklich nur von außen auf euer merkwürdiges Treiben. Ihr und eure Sucht, mit jedem x-beliebigen Netzjunkie Nichtigkeiten auszutauschen. … Ist man erstmal drin in dieser wabernden Kommunikationsmaschine, verliert man das Gefühl für sein Gegenüber – und für sich. Was steckt hinter dieser hemmungslosen Lebenslauf-Kosmetik und diesem Bedürfnis, möglichst viele, möglichst pflegeleichte “Freundschaften” zu haben? Wirklich coole Menschen haben eine erfüllte Beziehung, fünf Freunde zum Pferde Stehlen, ein schnuckeliges Heim und einen prima Job.”
Nun bin ich gespannt, ob und wie ihr das kontert. Hier ist der jüngste Stand der Dinge: http://docs.google.com/a/schwarze.info/View?id=dc3fsswt_68g2wx47xg
Wer mitmachen möchte, ist weiterhin herzlich eingeladen — Mail an mich unter msc@haz.de genügt.
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ich finde die idee wirklich gut, da man für das zeitungsprojekt die leute ins boot holt, die zu dem thema wirklich eine andere perspektive haben könnten. das hier auch blogger angesprochen werden, könnte wirklich eine bereicherung sein.
Am Anfang war das Wort, Texperiment. Dahinter nur heisse Luft.
@Jona: Was meinst Du mit heißer Luft?