iPad? WePad! Neofonie plant Alternative zum Apple-Gerät

Apples Lesegerät iPad bekommt Konkurrenz. In Kürze, Anfang April, will die neofonie GmbH aus Berlin ein ganz ähnliches Tablet für Verlage und deren Leser präsentieren. Bei Facebook hat das Unternehmen erste Details über den Frühstücksrechner veröffentlicht: Die Rede ist vom WePad.

Prototyp des WePads: Geburt eines neuen Internet-Zugangs. (Foto: neofonie GmbH)

Prototyp des WePads: Der Tablettcomputer bietet einen Internetzugang auf einer 11,6 Zoll großen Bedienfläche - etwas größer als auf dem geplanten 9,7 Zoll großen iPad von Apple. (Foto: neofonie GmbH)

Das WePad soll nach den bisher bekannt gewordenen Informationen

  • als mit den Fingerspitzen bedienbares Tablett ganz ähnlich wie das iPhone und das iPad von Apple funktionieren,
  • einen schnellen Zugang zum Internet ermöglichen,
  • einen einfachen Zugriff auf Bücher, Fotos und persönliche Dateien bereitstellen und
  • E-Mail-Konten und Dienste der sozialen Medien bedienbar machen.

Entspanntes Lesen

Ich habe das Gerät noch nicht in der Hand gehabt oder getestet, doch klingen die Eckdaten viel versprechend. Die Neofonie GmbH mit seinem Geschäftsführer Helmut Hoffer von Ankershoffen kündigt ein “entspanntes interaktives Lesen” an und dazu eine Suchenfunktion über die bereits im Web und auf dem Handy verfügbare Suchmaschine WeFind. In seinem Facebook-Konto erzählt Hoffer von Ankershoffen Details.

Zusammengefasst: Wir bekommen eine flache viereckige Scheibe, die per Funk Webseiten und andere Inhalte darstellen kann. Als Funk ist WLAN eingebaut, UMTS als Option erhältlich. “Einfaches” Mobiltelefonieren soll damit nicht möglich sein, Internettelefonie aber schon.

Welches Gerät von welchem Hersteller zum Einsatz kommt, war nicht in Erfahrung zu bringen. Erste Details lauten jedoch wie folgt:

  • Display: Der Monitor des Computertabletts wird 11,6 Zoll groß sein und 1366 x 768 Pixel umfassen. Damit ist er etwas größer als das iPad (9,7 Zoll, 1024 x 768 Pixel).
  • Prozessor: Zum Einsatz kommt ein Intel-Prozessor Pineview-M mit 1,66 Gigahertz. Zum Vergleich: Apple hat einen eigenen Prozessor “A4″ mit 1,0 Gigahertz für das iPad entwickelt.
  • Anschlüsse: Das WePad wird einen 3-in-1-Cardreader enthalten, sprich: Einschübe für die gängigen Speicherkarten von Digitalkameras. Außerdem sind zwei USB-Anschlüsse vorgesehen, um etwa eine Kamera direkt anzuschließen. Zum Vergleich: Der iPad von Apple soll “Adapter” für einen Kameraanschluss und Cardreader als Zubehör enthalten.
  • Webcam: Das WePad wird eine Videokamera-Linse enthalten.  Damit erscheinen Videotelefonate möglich. Das iPad enthält solch eine Linse nicht.
  • Flash: Die Programmiertechnik Flash wird vom WePad unterstützt. Auf dem iPad ist diese Technik dagegen gesperrt. Damit werden viele Webseiten, die zum Beispiel Videos zeigen, nicht automatisch auf dem iPad funktionieren – auf dem WePad dagegen voraussichtlich schon. Apple hat sich allerdings aus gutem Grund gegen die Verarbeitung von Flash-Technik entschieden: Damit sind beispielsweise auch weitergehende Angriffe auf den Benutzer möglich, aufwendige Flash-Animationen könnten das Gerät komplett lahm legen. Kritiker meinen dagegen, mit der Unterbindung der Flash-Technik behindere Apple neue Dienste, die an Apples Kaufsystem vorbei neue Möglichkeiten schaffen.
  • Betriebssystem: Das WePad basiert auf Linux und dem System Android von Google. Ein Zugang zum Google-Android-Marketplace, über den neue Anwendungen heruntergeladen oder gekauft werden können, ist vorgesehen. Das Apple-iPad nutzt statt dessen den iTunes App Store. Bei Apple  werden neue Anwendungen von Entwicklern grundsätzlich geprüft, bevor sie veröffentlicht werden – und auch schon einmal verhindert. Im Google-Android-App-Store sind dagegen wesentlich schneller neue Programme verfügbar. Allerdings ist die Prüfung neuer Einzelanwendungen hier laxer. Das heißt: Über diese Plattform können theoretisch auch Schadprogramme leichter als über die Apple-Plattform verbreitet werden.
  • Batterielaufzeit: Das WePad soll etwa 6 Stunden laufen, beim iPad verspricht Apple 10 Stunden Laufzeit.
  • E-Book: Neofonie verspricht für das WePad “alle offenen” E-Book-Formate plus ein eigenes “Premium”-Format namens “WeBook”.
Anschlüsse des WePads: USB und Kartenleser. (Foto: neofonie GmbH)

Anschlüsse des WePads: USB und Kartenleser. (Foto: neofonie GmbH)

Die Neofonie hat bereits mit der Suchmaschine Wefind von sich reden gemacht. Zum Einsatz kommt diese Verschlagworttechnik unter anderem beim “Stern” von Gruner+Jahr. Über das nun geplante WePad informiert das Berliner Unternehmen auf einer eigenen Facebook-Seite.

(Offenlegung: Mein Verlag und Arbeitgeber ist am besprochenen Unternehmen an der Wefind AG beteiligt. Mit Vodafone nehme ich außerdem für meinen Verlag und die HAZ-Redaktion an Gesprächen über eine gesonderte Plattform für Lesegeräte teil.)

9 Kommentare

  1. [...] via, Foto: Facebook-Seite vom WePad ShareÄhnliche ArtikelCeBIT: Hanvon Touchpad BC10CNetbook Acer Aspire One 532h verfügbarLenovo S10 mit 3G Modem: der perfekte Hackintosh für 239 EUR Tags: Android, Netbook, tablet « vorheriger Artikel [...]

  2. Spitzohr sagt:

    Es war zu erwarten, dass nach der Veröffentlichung des iPads viele Firmen mit “MeToo”-Produkten auf den Markt kommen werden. Bei einem CeBIT-Rundgang konnte man sich ja kaum vor iPad-Klonen retten. MSI Android Tablet, iTablet, JooJoo, HP Slate, ADAM, Open Tablet und wie sie alle heißen. Diese wurden hier aber nicht besprochen. Was also hebt das WePad gegenüber der Konkurrenz ab? Der Schlüssel steckt im letzten Satz, denn die Positionierung lautet: “WePad – Das Tablet für Verlage”, in dem kurzen Faltblatt heißt es weiter: “Für Verlage bedeutet jeder für das WePad gewonnene Leser eine direkte und langfristige Kundenbeziehung, die Basis für Paid Content, ein umfängliches Kundenwissen und neue Formen der Kunden-Kommunikation. Während Plattformen, wie Apple iTunes und Amazon Kindle, die Verlage in die Rolle eines reinen Content-Lieferanten drängen, behalten die Verlage mit dem WePad den Zugang zum und das Wissen über ihre Leser.”

    Trotzdem erwarte ich, dass der Kampf um Marktanteile bei den Nutzern stattfinden wird. Kaum jemand wird sich ein zusätzliches Endgerät anschaffen, weil seine Tageszeitung auf diesem zu lesen ist (und womöglich ein weiteres für das Wochenmagazin etc.). Es werden mehrere Anbieter übrig bleiben, und die Verlage werden mehrere Plattformen bedienen müssen. Im Printbereich ist es ja auch nicht üblich, nur über ausgesuchte Händler zu verkaufen.

  3. [...] & Co., Verschiedenes, Medien, Android Oh, das ging ja schneller als erwartet — wobei Ankündigungen ja weniger schwer sind als tatsächliche Produkteinführungen. Nun soll es also ein iWePad geben, [...]

  4. [...] Artikel ein Konzept, nicht eine spezifische Hardware. Darum  gilt das geschriebene auch für das neofonie-wePad, wie auch für alle übrigen Tablets/Slates [...]

  5. [...] Die neofonie GmbH aus Berlin möchte dem Apple iPad Konkurrenz machen und bringt mit dem WePad eine entsprechende Alternative auf den Markt. Im Blog der HAZ gibt es erste Details. [...]

  6. [...] größer als das iPad, aber die spannendste Ansage zum “WePad” im HAZ-Blog ist der Disclaimer, dass sowohl HAZ als auch Vodafone in das Tablet-Projekt der Neofonie GmbH involviert sind. Wie [...]

  7. [...] Stel­lung der Ver­lage gegen­über Apple stär­ken soll? In dem Dis­clai­mer zu dem WePad Blog­ein­trag im HAZ-Blog, wird dann schon auf die Ver­bin­dung zwi­schen der HAZ und der Wefind AG [...]

  8. ipad blog sagt:

    Natürlich klingen die Features gut (ich frage mich auch, warum es Apple nicht geschafft hat, Dinge wie enie Webcam oder 2 USB Anschlüsse in das iPad zu integrieren). Allerdinsg wird es sein wie bei iPhone auch: Keine Telefonhersteller hat es bisher geschafft, das Interface derart geschmeidig hinzubekommen wie bei Apple. Wenn navigieren, scrollen & co nicht wirklich flüssig von der Hand gehen, nutzen die besten Anschlüsse am Gerät nichts. Von daher wird sich auch das WePad in der Praxis beweisen müssen.

  9. La Martina sagt:

    Es war zu erwarten, dass nach der Veröffentlichung des iPads viele Firmen mit “MeToo”-Produkten auf den Markt kommen werden. Bei einem CeBIT-Rundgang konnte man sich ja kaum vor iPad-Klonen retten. MSI Android Tablet, iTablet, JooJoo, HP Slate, ADAM, Open Tablet und wie sie alle heißen. Diese wurden hier aber nicht besprochen. Was also hebt das WePad gegenüber der Konkurrenz ab? Der Schlüssel steckt im letzten Satz, denn die Positionierung lautet: “WePad – Das Tablet für Verlage”, in dem kurzen Faltblatt heißt es weiter: “Für Verlage bedeutet jeder für das WePad gewonnene Leser eine direkte und langfristige Kundenbeziehung, die Basis für Paid Content, ein umfängliches Kundenwissen und neue Formen der Kunden-Kommunikation. Während Plattformen, wie Apple iTunes und Amazon Kindle, die Verlage in die Rolle eines reinen Content-Lieferanten drängen, behalten die Verlage mit dem WePad den Zugang zum und das Wissen über ihre Leser.”

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